
Immuntherapien bei Krebserkrankungen
Moderne Immuntherapien sind ein wichtiger Baustein personalisierter Krebsmedizin. Im Onkologischen Zentrum des Städtischen Klinikums Dessau werden Patientinnen und Patienten interdisziplinär beraten und behandelt – wohnortnah, qualitätsgesichert und auf Basis aktueller Leitlinien.
Bei Ihnen oder einer Ihnen nahestehenden Person wurde der Verdacht auf eine Krebserkrankung geäußert oder bereits eine gesicherte Diagnose gestellt? Dann wünschen Sie sich vor allem eines: eine Behandlung, die fachlich auf höchstem Niveau erfolgt, individuell geplant wird und möglichst wohnortnah verfügbar ist. Im Onkologischen Zentrum des Städtischen Klinikums Dessau finden Patientinnen und Patienten genau diese Verbindung aus Kompetenz, Struktur und persönlicher Begleitung. Als durch die Deutsche Krebsgesellschaft zertifiziertes Onkologisches Zentrum steht das Klinikum für interdisziplinäre Krebsmedizin nach überprüften Qualitätsstandards.
„Die moderne Onkologie entwickelt sich mit hoher Geschwindigkeit weiter. Unser Anspruch ist es, Patientinnen und Patienten in Dessau Zugang zu Therapien zu ermöglichen, die wissenschaftlich fundiert, individuell abgestimmt und zugleich wohnortnah verfügbar sind“, sagt Gerhard Behre.
Ein besonderer Schwerpunkt moderner Onkologie ist die Immuntherapie. Darunter versteht man Behandlungen, die das körpereigene Immunsystem dabei unterstützen, Tumorzellen besser zu erkennen und gezielt zu bekämpfen. Krebszellen können sich dem Immunsystem teilweise entziehen, indem sie Abwehrreaktionen hemmen oder sich für Immunzellen gewissermaßen „unsichtbar“ machen. Immuntherapien setzen genau an diesen Mechanismen an: Sie lösen Bremsen der Immunabwehr, lenken Immunzellen gezielt an Tumorzellen heran oder nutzen patienteneigene Abwehrzellen therapeutisch.
Am bekanntesten sind heute die sogenannten Checkpoint-Inhibitoren. Diese Medikamente blockieren bestimmte Kontrollpunkte des Immunsystems, zum Beispiel PD-1, PD-L1 oder CTLA-4. Dadurch können T-Zellen Tumorzellen wieder wirksamer angreifen. Checkpoint-Inhibitoren werden inzwischen bei verschiedenen Tumorarten eingesetzt, etwa bei Melanom, Lungenkrebs, gastrointestinalen Tumore, Nierenzellkarzinom, Urothelkarzinom, bestimmten Kopf-Hals-Tumoren, beim Hodgkin-Lymphom und – je nach biologischem Profil – auch bei weiteren Krebserkrankungen. Ob ein Einsatz sinnvoll ist, wird anhand der individuellen Krankheitssituation und, je nach Tumorart, mithilfe spezieller Marker wie etwa PD-L1 oder MSI/MMR geprüft.
Darüber hinaus spielen Antikörpertherapien in der Krebsmedizin eine wichtige Rolle. Fachlich wichtig ist dabei die Unterscheidung: Nicht jeder monoklonale Antikörper ist automatisch eine klassische Immuntherapie. Einige Antikörper wirken vor allem zielgerichtet, indem sie Wachstums- oder Gefäßsignale von Tumoren blockieren. Andere aktivieren das Immunsystem, etwa Checkpoint-Inhibitoren. Bispezifische Antikörper verbinden hingegen beides: sie sind zielgerichtet und zugleich eine wirksame Immuntherapie. . Für die Patientenversorgung ist deshalb entscheidend, dass die Therapie nicht nach Schlagworten, sondern nach biologischen Tumormerkmalen, Leitlinien und Tumorboard-Empfehlungen ausgewählt wird.
„Immuntherapien haben die Behandlung vieler Tumorerkrankungen grundlegend verändert. Entscheidend ist jedoch immer die individuelle Prüfung: Nicht jede Therapie passt zu jeder Tumorerkrankung oder zu jeder Patientensituation. Deshalb bewerten wir jede Behandlung interdisziplinär im Tumorboard“, erklärt Gerhard Behre.
Ein besonders dynamisches Feld sind bispezifische Antikörper. Sie besitzen zwei verschiedene Bindungsstellen und können so Immunzellen direkt mit Tumorzellen zusammenbringen. Viele dieser Wirkstoffe wirken als sogenannte T-Zell-Engager. Zugelassene bispezifische Antikörper kommen derzeit vor allem bei hämatologischen Erkrankungen wie bestimmten Leukämien, Lymphomen oder dem Multiplen Myelom zum Einsatz; erste Zulassungen gibt es inzwischen auch bei einzelnen soliden Tumoren, wie beim kleinzelligen Bronchialkarzinom oder Aderhautmelanom. Für Betroffene bedeutet das: Gerade in der Hämatologie/Onkologie entstehen kontinuierlich neue, hochspezialisierte Therapieoptionen.
Einen weiteren hochinnovativen Ansatz stellt die CAR-T-Zelltherapie dar. Hierbei werden patienteneigene T-Zellen entnommen, im Labor genetisch verändert und anschließend zurückgegeben, damit sie Krebszellen gezielt erkennen und angreifen können. Diese Therapie kommt vor allem bei bestimmten Blutkrebserkrankungen wie akuter lymphatischer Leukämie, einigen aggressiven B-Zell-Lymphomen und dem Multiplen Myelom infrage. Wegen ihrer Komplexität und des speziellen Nebenwirkungsmanagements erfolgt sie in spezialisierten Zentren beziehungsweise in enger Kooperation mit solchen Einrichtungen.
Wichtig für Patientinnen und Patienten ist zugleich eine realistische Einordnung: Immuntherapien sind hochwirksam, aber kein universelles Standardverfahren für jede Krebserkrankung. Manche Tumoren sprechen sehr gut an, andere deutlich seltener. Zudem können immunvermittelte Nebenwirkungen auftreten, etwa an Haut, Darm, Leber, Lunge oder Schilddrüse. Deshalb braucht es Erfahrung, eine sorgfältige Indikationsstellung und eine engmaschige Begleitung durch spezialisierte Teams. Genau diese strukturierte, interdisziplinäre Betreuung ist ein wesentliches Merkmal zertifizierter Krebszentren.
Im Onkologischen Zentrum des Städtischen Klinikums Dessau werden Krebspatientinnen und -patienten von der Diagnosestellung über die Therapie bis zur Nachsorge begleitet. Das Zentrum bündelt die Leistungen verschiedener zertifizierter Organkrebszentren und kooperierender Fachbereiche. Als DKG-/OnkoZert-zertifiziertes Onkologisches Zentrum steht das Klinikum für qualitätsgesicherte Krebsmedizin nach überprüften Standards. Mit dem Zentrum für Hämatologische Neoplasien verfügt das Klinikum zudem über die erste nicht-universitäre Einrichtung dieser Art in Sachsen-Anhalt. Zum Leistungsspektrum gehören unter anderem Spezialsprechstunden, die stationäre und ambulante onkologische Versorgung, interdisziplinäre Tumorboards, die Onkologische Ambulanz und Tagesklinik, klinische Studien sowie in einzelnen Bereichen ausdrücklich auch moderne Immuntherapien. Für die Region Dessau-Anhalt-Wittenberg bedeutet das: moderne Krebsmedizin, kurze Wege und Behandlung in einem qualitätsgesicherten Netzwerk.
„Eine Krebsdiagnose verunsichert viele Menschen zutiefst. Umso wichtiger ist es, dass Betroffene ein erfahrenes Team an ihrer Seite wissen, das medizinische Kompetenz mit persönlicher Begleitung verbindet. Genau dafür steht unser Onkologisches Zentrum“, betont Gerhard Behre.
Unser Anspruch ist es, Ihnen wohnortnah Zugang zu moderner Onkologie zu ermöglichen – fundiert, menschlich und auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft. Wenn eine Immuntherapie medizinisch sinnvoll ist, prüfen unsere Spezialistinnen und Spezialisten gemeinsam im Tumorboard, welches Verfahren für Ihre individuelle Situation am besten geeignet ist. So entsteht kein Behandlungsschema „von der Stange“, sondern ein Therapieplan, der sich an Ihrer Erkrankung und an Ihren persönlichen Bedürfnissen orientiert.
Sie haben Fragen zu Diagnostik oder Therapie bei Leukämie?
Das kontaktieren Sie uns gerne im Onkologisches Zentrum unter 0340 501-3895 (Mo–Fr, 13:00–15:00 Uhr).




