Unterleibserkrankungen der Frau
Gutartige gynäkologische Erkrankungen / Erkrankungen der Gebärmutter
Endometriose ist eine gutartige, oft chronisch verlaufende Ansiedlung von Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) außerhalb der Gebärmutter.
Ursache:
- Unklar
- Erblich - da familiäre Häufungen nachweisbar
Symptome:
- starke evtl. krampfartige Unterbauchbeschwerden, unabhängig von der Menstruation, welche durch Entzündungen von Eileiter und Eierstock und. ggf. vom Bauchfell hervorgerufen werden
- brennende oder krampfartige Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
- Völlegefühl oder Darmbeschwerden
Diagnose:
- gynäkologische Untersuchung
- Ultraschalluntersuchung durch die Bauchdecke und/oder Vaginalultraschall
- Bauchspiegelung (Laparoskopie)
- Durch einen kleinen Schnitt im Bereich des Nabels wird das Laparoskop (kleine Kamera) in die Bauchhöhle eingeführt. Hiermit können mögliche Verwachsungen entdeckt, entfernt und ggf. Gewebeproben (Biopsien) entnommen werden.
Therapie:
Die Therapie ist abhängig von dem Ausmaß der Erkrankung und muss individuell entschieden werden. Sie werden vorher über alle möglichen Therapieoptionen, sowie deren Vor- und Nachteile aufgeklärt.
Therapie bei Endometriose - ohne Probleme:
- keine Therapie erforderlich
- engmaschige gynäkologische Kontrollen
Therapie bei Endometriose – mit Probleme:
- Bauchspiegelung (Laparoskopie)
- Entfernung von Endometriose-Gewebe, z.B. bei Wucherungen und Druck auf den Harnleiter Folge: Harnstau in der Niere
- bei ungewollter Kinderlosigkeit, um die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft zu erhöhen Operation mit Bauchschnitt (Laparotomie): bei ausgedehnter Erkrankung an Endometriose, z.B. mit Befall von inneren Organen – Blase oder Darm
Myome zählen zu den gutartigen Tumoren, welche abhängig von der Größe und Lage unangenehme Beschwerden verursachen können.
Ursache:
- unbekannt
- evtl. genetische Ursache
Symptome:
- verstärkte und verlängerte Regelblutung (Hypermenorrhoe)
- Zwischenblutungen
- starke krampfartige Regelschmerzen
Diagnose:
- gynäkologische Untersuchung
- Ultraschalluntersuchung (Sonographie)
Therapie:
Die Therapie ist abhängig von den Beschwerden, der Lage und Größe des Myoms, sowie dem Alter der Frau und dem möglichen Kinderwunsch.
Therapie – ohne Beschwerden:
- gynäkologische Kontrolluntersuchung
Therapie - mit Beschwerden:
- medikamentöse Therapie (Hormonelle Therapie)
- operative Therapie – Entfernung des Myoms (Myomektomie)
Senkungserkrankungen des Beckenbodens zählen in den Bereich der Urogynäkologie, welche hier durch ein spezielles Team mit behandelt werden. Ursache ist eine Schließmuskelschwäche des Beckenbodens und Bindegewebeprobleme. Ein Druck- oder Fremdkörpergefühl in der Scheide, der Blase- und /oder Darmentleerungsstörungen sowie ein häufiger Harndrang bis hin zu unwillkürlichen Abgang von Urin, sog. Harninkontinenz, können die Folge sein. Mittels vaginaler und laparoskopischer Operationstechnik werden gesenkte Organe wieder angehoben und befestigt.
Zur Diagnostik sind u.a. folgende Untersuchungen erforderlich:
- Urodynamik durchgeführt. Hierbei werden die Druckverhältnisse in der Blase und der Harnröhre gemessen. Weiterhin lassen sich die Flüssigkeitsmengen in der Harnblase bestimmen.
- Mittels Ultraschall/ Beckenbodensonographie erfolgt die Funktionsprüfung des Beckenbodens, der Blase und der Harnröhre. Das Verschlusssystem der Harnröhre wird insbesondere beim Husten und Pressen untersucht, ggf. kann eine Blasenspiegelung, zur Beurteilung der Blasenschleimhaut und Blasenmuskulatur noch erforderlich werden.
- Miktionstagebuch zur Erfassung der aktuellen Trinkmengen/Urinmengen/Häufigkeit der Toilettengänge usw.
Bei Senkungserkrankungen führen wir folgende Operationen durch:
- Sakrokolpopexie/Pectopexie/Scheidenstumpfbefestigung = Wiederherstellung des Beckenbodens bei Senkungserkrankungen der Beckenorgane, z.B. der Gebärmutter oder der Scheide
- Fixation der Scheide mittels Gewebenetzes oder Gewebeband
- Einsatz einer vorderen Scheidenplastik – bei einer Blasensenkung , zum Anheben der Blase
- Einsatz einer hinteren Scheidenplastik – bei einer Mastdarmsenkung, zum Anheben des Mastdarms
Der Einsatz von Scheidenplastiken wird teilweise mit Netzunterstützung durchgeführt.
Bösartige gynäkologische Erkrankungen / Erkrankungen der Gebärmutter
Gebärmutterhalskrebs, auch Zervixkarzinom genannt ist eine bösartige Erkrankung der Gebärmutter. Es betrifft vor allem jüngere Frauen zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr.
Ursache:
- unbehandelt gebliebene HPV-Infektion (Humanen Papillomavirus)
- häufig wechselnde Sexualpartner
Symptome:
- in frühen Stadien keine Beschwerden
- wenn der Tumor an Größe zugenommen hat, sind leichte Blutungen, insbesondere nach dem Geschlechtsverkehr möglich gelblich-brauner Ausfluss
- Gewichtsabnahme
Diagnostik:
- gynäkologische Krebsvorsorgeuntersuchung (Zellabstrich – Pap-Test)
Therapie:
- Operation - Entfernung der Gebärmutter (Hysterektomie) und Lymphknoten
- Bestrahlung
- Chemotherapie
Zu den bösartigen Tumoren zählt auch der Gebärmutterkrebs, Uteruskarzinom oder auch Korpuskarzinom genannt. Es handelt sich hierbei um einen Tumor des Gebärmutterkörpers.
Ursachen:
- längere Östrogentherapien
- Übergewicht
- Diabetes
Symptome:
- im Frühstadium selten
- im weiteren Verlauf Blutung aus der Scheide
Diagnose:
- keine routinemäßigen gynäkologischen Vorsorgeuntersuchungen
- Ultraschalluntersuchung über die Scheide (Vaginalsonografie)
- Gewebeprobe (Biopsie)
- Gebärmutterspiegelung (Hysteroskopie)
- Magnetresonanztomografie (MRT) und/oder Computertomografie (CT) um die Ausbreitung und
- mögliche Metastasierung zu beschreiben
Therapie:
- Operation
- abhängig von dem Stadium der Erkrankung und der Ausbreitung des Tumors erfolgt die Entfernung der Gebärmutter, der Eileiter und Eierstöcke ggf. noch die Lymphknoten im Bereich des Beckens
- Chemotherapie
- Medikamentöse Therapie - Hormontherapie
Der Scheidenkrebs (Vaginalkarzinom) ist ein bösartiger Tumor, der selten vorkommt und vor allem bei Frauen in höherem Lebensalter auftritt. Bei einem Scheidentumor gehen die bösartigen Zellen von der Scheide aus. Hier gibt es wiederum unterschiedliche Differenzierungen. Das Vulvakarzinom ist eine bösartige Erkrankung im Bereich der äußeren Geschlechtsorgane.
Ursache:
- Infektion mit dem HP-Virus (HPV = Humanes Papillomavirus) begünstigt Scheidenkrebs
- höheres Risiko bei Frauen nach Gebärmutterentfernung – Bildung von Krebsvorstufen (VAIN) häufig am Stumpf der Scheide möglich
Symptome:
- Im Frühstadium keine Beschwerden
- vermehrter Scheidenausfluss
- Zwischenblutungen
- Blutungen während oder nach dem Geschlechtsakt
Diagnostik:
- gynäkologische Routineuntersuchung
- Abstrich
- Biopsie – Entnahme einer Gewebeprobe
Therapie:
- operative Entfernung des Tumors
- Bestrahlung - von innen (vaginale Brachytherapie) und von außen über die Haut (perkutan)
- Im fortgeschrittenem Stadium - Chemotherapie
ulvakrebs oder auch Vulvakarzinom genannt, entwickelt sich meistens an den äußeren Schamlippen. Es ist eine seltene bösartiger Tumorerkrankung der äußeren weiblichen Geschlechtsorgane, welche jedoch in den letzten Jahren massiv angestiegen ist.
Ursache:
- Infektion, z.B. HPV-Infektionen
- sexuell übertragbare Infektionen, z. B. Clamydien und Syphilis
Symptome:
- anfangs keine oder nur unspezifische Symptome, wie z.B. Brennen, Schmerzen, Verhärtungen
- stärkere Beschwerden erst, wenn der Tumor bereits sichtbar ist
Diagnostik:
- regelmäßige Krebsvorsorgeuntersuchung beim Frauenarzt
Therapie:
- Operation
- Bestrahlung zur Blutstillung
Deutschland die vierthäufigste Krebsform bei Frauen. Dieser Krebs geht vom Endometrium, der Gebärmutterschleimhaut aus. Häufig tritt diese Tumorerkrankung im Alter zwischen 65 und 85 Jahren auf.
Ursache:
- Höheres Alter, meistens nach den Wechseljahren unter anderem ein langjährig erhöhter Östrogenspiegel, z.B. bei Behandlungen von Wechseljahresbeschwerden
- Vererbung
Symptome:
- Unregelmäßige Blutungen
- Blutungen nach den Wechseljahren
- Schmerzen
Diagnostik:
- gynäkologische Untersuchung
- vaginale Sonographie
- Probe von der Gebärmutterschleimhaut/Endometriumbiopsie
- Gebärmutterspiegelung/Hysteroskopie
- Ausschabung/Abrasio
Therapie:
- Operation
- Strahlentherapie
- vaginale Brachytherapie, ist eine „innere“ Bestrahlung mit Hilfe eines Applikators direkt in die Scheide
- Beckenbestrahlung, hier erfolgt die Bestrahlung vorhandener Metastasen und ggf. auch Lymphknotenmetastasen von „außen“
- Chemotherapie
Vorstufen des Endometriumkarzinoms
- Endometriumhyperplasien mit und ohne Atypien (Veränderungen/Abweichungen) Hierunter versteht man Zunahme/Wachstum (Hyperplasie) der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium).
Therapie:
- bei noch bestehendem Kinderwunsch - konservativ hormonelle (Gestagen) Therapie (Rückfallwahrscheinlichkeit von circa 30 %)
- stadienangepasste operative Sanierung mittels Gebärmutterentfernung/Hysterektomie, beidseitiger Eierstockentfernung/Adnexexstirpation, Entfernung der „Becken“-Lymphknoten und Omentektomie, bei einem sehr fortgeschrittenem Karzinom
- kann laparoskopisch, also minimal invasiv – oder aber als Operation über einen Längsschnitt des Bauches erfolgen
Eierstockkrebs, im medizinischen auch Ovarialkarzinom genannt, ist ein bösartiger Tumor der Eierstöcke. Vorwiegend erkranken ältere Frauen zwischen dem 60 und 70 Lebensjahr.
Eierstockkrebs oder Eileiterkrebs, diese Unterscheidung kann teilweise erst nach der Operation durch den Pathologen erfolgen.
Ursache:
- Unklar
- Genetisch - bei familiärer Häufung
Symptome:
- Druckgefühl im Unterbauch
- Verdauungsbeschwerden, wie Völlegefühl, Appetitlosigkeit, Blähungen, Verstopfung
- Zunahme des Bauchumfangs
- Gewichtsabnahme oder Gewichtszunahme
Die Beschwerden treten teilweise erst im fortgeschrittenen Stadium auf, da der Tumor im Bauchraum viel Platz zum wachsen hat.
Therapie:
- Operation - Ziel ist es immer den Tumor vollständig zu entfernen, um so die Heilungschancen zu erhöhen. Je nach Ausbreitung erfolgt die vollständige Entfernung der Eierstöcke, der Gebärmutter, der Eileiter und des großen Bauchnetzes. Bei Metastasenbildungen an anderen Organen oder Lymphknoten ist eine Ausweitung der Operation notwendig.
- Chemotherapie
Eierstockkrebs oder Eileiterkrebs, diese Unterscheidung kann teilweise erst nach der Operation durch den Pathologen erfolgen.