„Patiententag andersherum“

Was bleibt von einem Arztgespräch hängen, wenn plötzlich eine Krebsdiagnose im Raum steht? Welche Worte helfen weiter? Und wie spricht man miteinander, wenn eine Therapie nicht so verläuft wie erhofft?
Genau darum geht es beim „Patiententag andersherum“ am Mittwoch, 23. September 2026, im Städtischen Klinikum Dessau. Diesmal stehen nicht medizinische Vorträge im Mittelpunkt, sondern die Menschen, die eine Krebserkrankung selbst erlebt haben. Drei Patienten berichten offen darüber, wie sie Gespräche mit ihren Ärzten während Diagnose, Behandlung und weiterer Therapie erlebt haben.
Veranstaltet wird der Patiententag vom OnkoZert-zertifizierten Zentrum für Hämatologische Neoplasien des Onkologischen Zentrums am Städtischen Klinikum Dessau gemeinsam mit der Selbsthilfegruppe für Leukämie- und Lymphompatienten Halle (Saale) um Simone Pareigis.
Krebserkrankungen bringen viele unterschiedliche Gesprächssituationen mit sich. Es geht um Diagnosen und Therapiepläne, aber auch um Unsicherheit, Rückschläge und neue Entscheidungen. Was brauchen Patienten, wenn sich Befunde verändern? Wie viel Information ist in schwierigen Momenten hilfreich? Und was macht ein Gespräch aus, das trotz belastender Nachrichten Halt gibt?
Darüber sprechen drei Betroffene aus dem Zentrum für Hämatologische Neoplasien.
Renate S. erkrankte an einer akuten myeloischen Leukämie. Ihre Behandlung führte sie bis zu einer Stammzelltransplantation an der Universitätsmedizin Magdeburg. Heute gilt sie als geheilt und lebt wieder zu Hause. Beim Patiententag berichtet sie darüber, welche Gespräche ihr während dieser Zeit besonders geholfen haben.
Peter L. erhielt die Diagnose Liposarkom und durchlief zahlreiche Chemotherapien. Die Behandlung war für ihn nicht nur körperlich belastend, sondern auch mit vielen Sorgen verbunden. Er erzählt, wie er diese Zeit erlebt hat und welche Bedeutung Vertrauen und verständliche Kommunikation für ihn hatten.
Alexander B. ist ein junger Patient mit einem Lymphom. Nach einer Immun-Chemotherapie besteht die Erkrankung weiter, sodass nun eine neue Therapie im Städtischen Klinikum Dessau notwendig ist. Seine Geschichte zeigt besonders deutlich, wie wichtig gute Gespräche dann sind, wenn Hoffnung und Enttäuschung nah beieinanderliegen und gemeinsam neue Wege gefunden werden müssen.
Eine weitere Perspektive bringt Simone Pareigis von der Selbsthilfegruppe für Leukämie- und Lymphompatienten Halle (Saale) ein. Seit vielen Jahren begleitet sie Betroffene und Angehörige und erlebt in ihrer täglichen Arbeit, welche Fragen, Ängste und ganz praktischen Herausforderungen eine Krebserkrankung mit sich bringen kann. Unter dem Titel „Was bedeutet Selbsthilfe – Kaffeeklatsch oder doch viel mehr?“ gibt sie Einblicke in diese Arbeit und zeigt, welche Rolle Selbsthilfe für Betroffene und ihre Familien spielen kann – als Ort für Austausch, Unterstützung, Orientierung und das Gefühl, mit den eigenen Erfahrungen nicht allein zu sein.
Der „Patiententag andersherum“ richtet sich ausdrücklich an alle Interessierten. Willkommen sind Ärzte und Pflegekräfte ebenso wie Patienten, Angehörige oder Menschen, die sich einfach mit dem Thema beschäftigen möchten.
Im Mittelpunkt steht kein klassischer Fachvortrag, sondern ein offenes Gespräch darüber, was gute Kommunikation aus Sicht der Betroffenen bedeutet – bei der Diagnose, während der Behandlung und gerade auch dann, wenn nicht alles nach Plan läuft.
Veranstaltungsdetails
• Termin: Mittwoch, 23. September 2026
• Zeit: 15:00 bis 17:00 Uhr
• Ort: Städtisches Klinikum Dessau, Cafeteria, Auenweg 38, 06847 Dessau-Roßlau
• Teilnahme: gebührenfrei, keine Anmeldung erforderlich
Mit dem „Patiententag andersherum“ schafft das Städtische Klinikum Dessau gemeinsam mit der Selbsthilfe Raum für Erfahrungen, die im medizinischen Alltag oft nur wenig Platz haben. Die persönlichen Geschichten der Betroffenen sollen dazu beitragen, Arzt-Patientengespräche noch bewusster und menschlicher zu gestalten.




