Neuer Rekord: 105 Azubis starten in die Pflegeausbildung
In der Aula des Berufsschulzentrums Hugo Junkers mussten am Ende sogar noch zusätzliche Stühle aufgestellt werden: 105 Auszubildende beginnen in diesem Jahr ihre Pflegeausbildung an der Pflegeschule des Städtischen Klinikums Dessau – so viele wie noch nie.
Begrüßt wurden die neuen Auszubildenden vom Kaufmännischen Direktor des Städtischen Klinikums Dessau Bjoern Saft, dem Ärztlichen Direktor Prof. Dr. Christoph U. Herborn, Pflegeschulleiterin Ute Scholz sowie Nancy Werner von der Pflegedirektion. Der neue Jahrgang vereint dabei Auszubildende aus dem Klinikum und zahlreichen Einrichtungen der Region: 54 der 105 angehenden Pflegefachkräfte absolvieren ihre Ausbildung am Städtischen Klinikum Dessau. Die weiteren 51 sind bei Kooperationspartnern – Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen und Pflegedienste – beschäftigt und werden zur Ausbildung entsandt.
Für Ute Scholz ist die Größe des neuen Jahrgangs nicht nur ein Grund zur Freude, sondern auch ein starkes Zeichen für das Interesse am Pflegeberuf und für die Bedeutung der Ausbildung in der Region. Sie macht den neuen Schülern Mut, offen und neugierig in die kommenden drei Jahre zu starten. „Sie müssen am Anfang noch nicht alles können und wissen. Seien Sie neugierig, stellen Sie Fragen und nutzen Sie die Ausbildung, um Schritt für Schritt in Ihre neue Verantwortung hineinzuwachsen.“
Denn die Ausbildung unterscheidet sich deutlich vom bisherigen Schulalltag. Theorie und Praxis greifen eng ineinander, und schon früh erleben die angehenden Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner, was es bedeutet, Verantwortung für andere Menschen zu übernehmen.
„Mehr als 100 Leute – das ist herausragend“, sagte Bjoern Saft. Er machte deutlich, dass die Entscheidung für die Pflege auch mit großer Verantwortung verbunden ist. Die Auszubildenden würden Situationen erleben, die sie aus ihrem bisherigen Schulalltag nicht kennen. In kaum einem anderen Beruf übernehme man so schnell Verantwortung für andere Menschen. Dieser Beruf ist mehr als nur eine Ausbildung. Er ist eine Grundlage für alles im Leben. Dies war und ist er auch für mich. Denn ich durfte diesen Beruf vor mehr als 20 Jahren erlernen und profitiere menschlich wie fachlich noch heute davon.
„Sie werden in der ersten Reihe stehen. Sie sind dann für Menschen verantwortlich“, sagte Saft. Die kommenden Jahre würden viele schöne, aber auch schwierige und möglicherweise tragische Momente mit sich bringen. Umso wichtiger sei es, ehrlich zu sagen, wenn man einmal nicht weiterwisse, sich nicht verunsichern zu lassen und an den eigenen Erfahrungen zu wachsen.
Sein Wunsch an den neuen Jahrgang: mit Neugier in die Ausbildung starten und die drei Jahre als Grundlage für den weiteren beruflichen Weg nutzen. Zugleich machte Saft deutlich, welchen Stellenwert die Pflege für die Versorgung im Klinikum hat: „Ohne Sie können wir keine Patienten behandeln.“
Auch der Ärztliche Direktor Prof. Dr. Christoph U. Herborn ging auf die Herausforderungen einer Ausbildung ein. Bundesweit breche ein erheblicher Teil der Auszubildenden seine Ausbildung vorzeitig ab. An der Pflegeschule des Klinikums Dessau liege die Abbruchquote dagegen bei nur wenigen Personen je Jahrgang.
Herborn ermutigte die neuen Auszubildenden, die kommenden Jahre aktiv zu nutzen: Sie sollten während ihrer Ausbildung auch über den eigenen Tellerrand schauen, kritisch bleiben, über sich hinauswachsen und ihre Ziele konsequent verfolgen. Trotz der derzeit angespannten Situation im Gesundheitswesen gebe es keinen Grund, sich von der Entscheidung für diesen Beruf verunsichern zu lassen.
Nancy Werner, Vertreterin der Pflegedirektion, richtete den Blick auf die praktische Ausbildung. Am Städtischen Klinikum erwartet die neuen Auszubildenden ein breites Spektrum an Kliniken und Fachbereichen. Sie werden komplexe Krankheitsbilder kennenlernen, unterschiedliche pflegerische Aufgaben übernehmen und während ihrer Ausbildung Menschen in ganz verschiedenen Lebenssituationen begleiten.
Ihre Botschaft an den neuen Jahrgang war deshalb ebenso einfach wie grundlegend: „Bleiben Sie bei allem Mensch.“
In den kommenden drei Jahren wechseln sich theoretischer Unterricht und praktische Ausbildungsabschnitte ab. Schritt für Schritt übernehmen die angehenden Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner dabei mehr Verantwortung.
Mit 105 neuen Auszubildenden startet die Pflegeschule des Klinikums Dessau mit einem Rekordjahrgang in das neue Ausbildungsjahr – und setzt damit zugleich ein starkes Zeichen für die Nachwuchsgewinnung in der Pflege. Kein anderes Haus in Sachsen-Anhalt bildet so viele Pflegefachkräfte pro Jahr aus wie Dessau. Dies unterstreicht den Anspruch des Städtischen Klinikums, in allen Bereichen ‚Das Klinikum für die Region Anhalt‘ zu sein – sowohl in der Versorgung als auch in der Ausbildung von Fachkräften.




