Gipsen im Akkord



Viele Eltern, die ihre Kleinen tagsüber in die Obhut der Kita Mäuseland geben, arbeiten im Krankenhaus – ist schließlich eine klinikeigene Betriebskindertagesstätte. Da lag es für die Erzieherinnen Anne Kranhold und Leonie Gebhardt nahe, die Projektwoche zum Thema „Der menschliche Körper“ durch Besuche in medizinische Einrichtungen erfahrbar zu machen.
Ein Ausflug führt in eine Kinderarztpraxis, ein weiterer zur Feuerwehr und heute war die „Forscher-Gruppe“ zu Gast in der Notaufnahme des Klinikums. Dort wurden die 17 Mäuse von Schwester Silke empfangen und die hatte alle Hände voll zu tun. EKG schreiben, Blutdruck messen, Verbände anlegen: Was sonst zum Klinikalltag gehört, wurde für die Kinder zum spannenden Mitmach-Erlebnis. Besonders hoch im Kurs: das Eingipsen. Stolz präsentierten die frisch „verarzteten“ Kinder ihre ruhiggestellten Arme – inklusive großer Pläne für den Auftritt zu Hause. „Meine Mutter wird ausflippen!“, kündigte Ida (5) begeistert an.
Auch das Anlegen von Infusionen – natürlich nur zum Schein – und kunstvolle Kopfverbände standen hoch im Kurs. Entsprechend groß war das Gedränge um Schwester Silke. Die Kinder hatten klare Prioritäten: möglichst alles ausprobieren – und bitte als Erste. Mit einem Augenzwinkern drohte die Schwester schließlich sogar, die Münder einzugipsen. Kurzzeitig kehrte tatsächlich Ruhe ein.
Nach so viel Action ging es weiter in die Radiologie. Dort wartete bereits der nächste „Patient“: ein Plüschhund mit einer verschluckten Banane – echt mitgebracht aus der Kita.. Hochkonzentriert verfolgten die Kinder, wie das Kuscheltier geröntgt wurde – und stellten dabei mindestens ebenso viele Fragen wie echte Patienten.
Komplett „verarztet“ und bestens gelaunt zog die Gruppe durch die Klinikflure – sehr zur Überraschung der übrigen Besucher. Ein Ausflug, der zeigt: Lernen funktioniert am besten, wenn man es erleben darf. Und ein bisschen Spaß war definitiv auch dabei.




