Erneut ausgezeichnete Hernienchirurgie am Klinikum

Das Städtische Klinikum Dessau ist erneut für seine hohe Qualität in der Behandlung von Bauchwandbrüchen ausgezeichnet worden. Die Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie erhielt bereits zum zweiten Mal in Folge das Siegel „Qualitätsgesicherte Hernienchirurgie“ der Deutsche Hernien Gesellschaft. Die Re-Zertifizierung bestätigt die dauerhaft hohe fachliche Kompetenz des Behandlungsteams und die verlässliche Versorgungsqualität für Patientinnen und Patienten mit Hernien.
Um das Siegel zu erhalten, müssen Kliniken ihre Hernieneingriffe im Rahmen einer bundesweiten Qualitätssicherungsstudie dokumentieren und regelmäßig extern überprüfen lassen. Bewertet werden unter anderem niedrige Komplikationsraten, eine strukturierte Nachsorge sowie eine hohe Patientenzufriedenheit. „Die Auszeichnung mit dem DHG-Siegel unterstreicht einmal mehr unsere hohe Fachkompetenz und das Engagement unserer Mitarbeiter für eine bestmögliche medizinische Versorgung auf höchstem Niveau“, erklärt Chefarzt Dr. med. Thomas Schulze.
Als Hernien bezeichnen Mediziner sogenannte Eingeweidebrüche. Dabei handelt es sich nicht um einen klassischen Knochenbruch, sondern um eine Schwachstelle der Bauchwand. Reißt oder weicht die schützende Schicht aus Muskeln, Bindegewebe und Haut, können Anteile von Bauchorganen durch diese Lücke nach außen treten. „Unsere Organe im Bauchraum sind normalerweise von Muskeln, Gewebe und der Haut geschützt. Entsteht eine Hernie, dann ‚bricht‘ diese Schutzschicht und Darmbestandteile treten aus der Bauchhöhle nach außen“, erläutert Oberarzt Priv.-Doz. Dr. med. Gerald Drews.
Ursache ist häufig eine angeborene Bindegewebsschwäche, allerdings können Hernien auch im Laufe des Lebens entstehen – etwa nach Operationen oder durch eine erhöhte Belastung der Bauchwand. „Hernien treten in jedem Alter auf und sollten grundsätzlich ärztlich untersucht werden. In den meisten Fällen ist eine operative Behandlung sinnvoll“, so Drews. Typisch ist eine sicht- oder tastbare Vorwölbung im Bereich der Bauchwand.
Treten Darmanteile oder andere Bauchorgane durch die sogenannte Bruchpforte aus, besteht die Gefahr, dass Gewebe eingeklemmt oder abgeschnürt wird. Unbehandelt kann dies zu schwerwiegenden Komplikationen bis hin zum Absterben von Gewebe führen. „Deshalb gehören Hernien grundsätzlich in ärztliche Behandlung. Wir untersuchen die Bruchpforte sorgfältig und entscheiden anschließend individuell über das geeignete Operationsverfahren“, sagt Dr. Schulze.
Im Dessauer Klinikum erfolgt die Behandlung in vielen Fällen minimalinvasiv und zukünftig auch unter Einsatz roboterassistierter Chirurgie mit dem da Vinci Operationssystem. Dabei werden die Instrumente über wenige kleine Schnitte eingeführt. Das Verfahren gilt als besonders schonend, reduziert postoperative Schmerzen und verkürzt die Erholungszeit deutlich. „Dank der Schlüssellochchirurgie können viele Patientinnen und Patienten bereits am Tag des Eingriffs wieder nach Hause“, erläutert Schulze.
Neben der erneuten Auszeichnung unterstreichen auch die kontinuierlich steigenden Operationszahlen das Vertrauen der Patientinnen und Patienten in die Dessauer Chirurgie. Seit 2022 wurden mehr als 2.700 Hernienoperationen durchgeführt. Damit zählt das Klinikum zu den etablierten Einrichtungen für die Behandlung von Bauchwandbrüchen in der Region Dessau-Anhalt-Wittenberg.
Für Patientinnen und Patienten bietet die Klinik spezielle Herniensprechstunden an, in denen Diagnose, Therapieoptionen und individuelle Risikofaktoren ausführlich besprochen werden. Auch nach der Operation sorgt eine strukturierte Nachsorge dafür, dass der Behandlungserfolg langfristig gesichert bleibt.
Terminvereinbarungen und Anfragen sind über das Patientenmanagement möglich: telefonisch unter 0340 501-1236 (Montag bis Freitag von 6:30 bis 15:30 Uhr), per Fax unter 0340 501-1231 oder per E-Mail an stefanie.gliem@klinikum-dessau.de.




