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Dreifache Mutter feierte ihren zweiten Geburtstag

Weihnachten ist für viele Menschen eine Zeit der Ruhe, des Zusammenseins mit der Familie und des Ankommens. Für das Personal des Klinikums bedeutet diese Zeit oft etwas anderes: Dienst statt Feier, Verantwortung statt Rückzug, Fürsorge statt festlicher Pause. Auch an den Feiertagen halten wir den Betrieb aufrecht – und begleiten Menschen durch einige der schwersten, aber auch bedeutendsten Momente ihres Lebens. In dieser besonderen Atmosphäre entstehen Geschichten, die uns noch lange begleiten.

Für die Mitarbeiter auf der Intensivstation gehörten die Weihnachtsfeiertage 2024 zu den Momenten, die man nie vergisst. In dieser Zeit lagen auf unserer Station überdurchschnittlich viele schwerstkranke Patientinnen und Patienten, begleitet von traurigen und herausfordernden Schicksalen. Eines davon ist das von Manuela K., einer dreifachen Mutter.

Am Heiligabend 2024 brach Manuela K. plötzlich zusammen. Mit dem Rettungswagen kam sie als medizinischer Notfall ins Städtische Klinikum Dessau. Die Diagnose lautete: Subarachnoidalblutung – eine schwere Form der Hirnblutung, verursacht durch das Platzen eines Aneurysmas, einer kleinen Gefäßaussackung im Gehirn. Jede Minute zählte, denn knapp ein Drittel der Betroffenen verstirbt, und die Hälfte der Überlebenden behält schwere Beeinträchtigungen zurück.

Noch in der Nacht zum 25. Dezember 2024 wurde Manuela K. notoperiert, und am Folgetag konnte das Aneurysma erfolgreich versorgt werden. Währenddessen bangte ihre Familie zu Hause unter dem Weihnachtsbaum. Für ihre drei Kinder war dieses Weihnachtsfest von Angst und Sorge geprägt, und die kritische Phase der Erkrankung hielt fast zwei Wochen bis ins neue Jahr an. Fast genau einen Monat verbrachte Manuela K. auf der Intensivstation, gefolgt von einer langen Rehabilitationszeit.

Am Heiligabend 2025 darf sie – gemeinsam mit ihren Kindern – ihren „zweiten Geburtstag“ feiern. In der Vorweihnachtszeit klingelte sie überraschend an der Tür der Intensivstation, auf der sie einst fast einen Monat lag. Sie steht auf eigenen Beinen, ohne neurologische Einschränkungen, gemeinsam mit ihrer Tochter, und erzählt von ihren Urlaubsplänen.

Für die Kolleginnen und Kollegen auf der Intensivstation ist diese Geschichte mehr als ein medizinischer Erfolg. Sie zeigt, dass Hoffnung manchmal stärker ist als jede Prognose – und dass Medizin, Menschlichkeit und eine Prise Glück ein kleines Wunder möglich machen können. Ein echtes Weihnachtswunder.

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