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Chest Pain Unit erfolgreich rezertifiziert

Die Brustschmerzeinheit (Chest Pain Unit, CPU) der Klinik für Innere Medizin II am Städtischen Klinikum Dessau ist erneut von der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung e. V. (DGK) für weitere drei Jahre rezertifiziert worden. Die Auszeichnung bestätigt die konstant hohe Versorgungsqualität in der Diagnostik und initialen Therapie von Patientinnen und Patienten mit akutem Brustschmerz.

„Die Rezertifizierung unterstreicht die hohe fachliche Expertise unseres Teams in der strukturierten Abklärung und der zeitkritischen Therapieeinleitung bei potenziell lebensbedrohlichen Krankheitsbildern“, betont Priv.-Doz. Dr. med. Georg Fürnau, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin II.

Seit der Erstzertifizierung im Jahr 2021 ist die CPU Teil eines bundesweiten Netzwerks spezialisierter Versorgungseinheiten für kardiale Notfälle. Die Etablierung standardisierter Abläufe und klar definierter Behandlungspfade hat maßgeblich dazu beigetragen, die Prognose insbesondere beim akuten Koronarsyndrom (ACS) zu verbessern.

Im Zeitraum 2024/2025 wurden in der Chest Pain Unit rund 1.800 Patientinnen mit akutem Brustschmerz vorgestellt. Bei etwa 25 Prozent wurde ein akuter Myokardinfarkt diagnostiziert, sodass unmittelbar eine leitliniengerechte Therapie eingeleitet werden konnte. Gleichzeitig ermöglicht die strukturierte Ausschlussdiagnostik eine rasche und sichere Identifikation nicht-kardialer Ursachen, wodurch unnötige stationäre Aufnahmen vermieden werden.

Die DGK-Zertifizierung setzt unter anderem eine moderne apparative Ausstattung, geeignete räumliche Strukturen, eine enge Anbindung an die Intensivmedizin sowie die jederzeitige Verfügbarkeit eines Herzkatheterlabors voraus. Bei Aufnahme eines Patienten mit Brustschmerz – unabhängig davon, ob dieser eigenständig oder notfallmäßig erfolgt – beginnt unverzüglich eine standardisierte, leitlinienbasierte Differenzialdiagnostik zur Abklärung kardialer und nicht-kardialer Ursachen.

„Gerade beim akuten Koronarsyndrom ist Zeit ein entscheidender prognostischer Faktor. Eine schnelle Diagnosestellung und zielgerichtete Therapie können lebensrettend sein“, so Dr. Fürnau. Die Diagnostik erfolgt durch speziell geschultes ärztliches und pflegerisches Fachpersonal unter Einsatz moderner Medizintechnik.

Neben der Verbesserung der Patientensicherheit und Versorgungsqualität trägt die CPU auch zur effizienten Nutzung klinischer Ressourcen bei. Durch die gezielte Steuerung von Diagnostik und Therapie werden stationäre Kapazitäten bedarfsgerecht eingesetzt.

Prof. Dr. med. Christoph Herborn, Ärztlicher Direktor des Klinikums, erklärt: „Unser Ziel ist es, die kardiologische Versorgung kontinuierlich weiterzuentwickeln, diagnostische Prozesse zu beschleunigen und die interdisziplinäre Zusammenarbeit zu stärken. Die Rezertifizierung bestätigt nicht nur die erreichte Qualität, sondern ist zugleich ein klares Signal an die Bevölkerung unserer Region, dass sie sich auf eine hochmoderne und verlässliche Versorgung verlassen kann.“

Hintergrund

Die Chest Pain Unit am Städtischen Klinikum Dessau ist an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr verfügbar und integraler Bestandteil des klinischen Notfallkonzepts. Sie bietet umfassende diagnostische und logistische Möglichkeiten und wird von einem interdisziplinären Team betrieben. Die Versorgung orientiert sich konsequent an den aktuellen Leitlinien der kardiologischen Fachgesellschaften.

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