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Wenn das Gehen plötzlich schwerfällt

Unsicher auf den Beinen, kleinere Schritte als früher, häufiges Stolpern oder das Gefühl, beim Losgehen nicht richtig in Bewegung zu kommen: Veränderungen des Gangbildes können sich ganz unterschiedlich zeigen. Manchmal entwickeln sie sich schleichend über Monate oder Jahre, manchmal fallen sie innerhalb kurzer Zeit auf. Ebenso unterschiedlich können die Ursachen sein.

Darum geht es bei der nächsten Ausgabe von „Medizin am Mittwoch“ am 28. Oktober 2026 im Städtischen Klinikum Dessau. Unter dem Titel „Gangstörungen – ein interdisziplinäres Problem?“ laden die Klinik für Neurologie und die Klinik für Neurochirurgie gemeinsam zu einem Informationsnachmittag ein.

„Gangstörung“ beschreibt zunächst nur, dass sich die Art zu gehen verändert hat. Dahinter können Erkrankungen des Gehirns ebenso stecken wie Schädigungen von Nerven oder Veränderungen im Bereich der Wirbelsäule. Für die Behandlung ist deshalb entscheidend, möglichst genau herauszufinden, wo die Ursache liegt.

Einen Überblick über die unterschiedlichen Formen von Gangstörungen gibt zu Beginn Priv.-Doz. Dr. med. Sybille Spieker, Chefärztin der Klinik für Neurologie. In ihrem zweiten Vortrag „Parkinson und Co.“ geht sie darauf ein, wie Erkrankungen des Gehirns Bewegungen verändern können. Bei Parkinson etwa gehören kleinere Schritte, Schwierigkeiten beim Starten einer Bewegung oder eine zunehmende Unsicherheit beim Gehen zu den möglichen Beschwerden.

Nicht immer liegt die Ursache jedoch im Gehirn. Auch geschädigte Nerven können das Gehen erheblich beeinträchtigen. Über sogenannte Neuropathien spricht Andreas Weise, Leitender Oberarzt und Facharzt für Neurologie. Typische Beschwerden können Kribbeln, Taubheitsgefühle, ein vermindertes Gefühl in den Füßen oder eine Muskelschwäche sein. Manche Patienten beschreiben beispielsweise, dass sie den Boden unter den Füßen nicht mehr richtig spüren. Das kann die Stand- und Gangsicherheit deutlich beeinträchtigen.

Einen weiteren Blickwinkel bringt die Neurochirurgie ein. Priv.-Doz. Dr. med. Christof Renner, Chefarzt der Klinik für Neurochirurgie, stellt Gangstörungen vor, bei denen eine operative Behandlung infrage kommen kann. Denn auch Veränderungen an Gehirn, Rückenmark und  / oder Wirbelsäule können dazu führen, dass das Gehen zunehmend schwerer fällt.

Ob eine Operation sinnvoll ist, hängt immer vom konkreten Befund ab. Genau deshalb ist bei Gangstörungen häufig die Zusammenarbeit verschiedener Fachrichtungen notwendig. Neurologische Untersuchung, Bildgebung und die Beurteilung durch die Neurochirurgie können sich dabei ergänzen.

Nach den Vorträgen nehmen sich Priv.-Doz. Dr. Sybille Spieker, Priv.-Doz. Dr. Christof Renner und Andreas Weise Zeit für Fragen aus dem Publikum. Bei neurochirurgischen Fragestellungen können bei Bedarf auch Termine zur weiteren Abklärung in der Interdisziplinären Fachambulanz vereinbart werden.

Die Veranstaltung richtet sich an Betroffene, Angehörige und alle Interessierten, die wissen möchten, welche Ursachen hinter Gangstörungen stehen können und welche Möglichkeiten der Diagnostik und Behandlung es gibt.

Medizin am Mittwoch

„Gangstörungen – ein interdisziplinäres Problem?“
Mittwoch, 28. Oktober 2026, 16:00 bis 17:30 Uhr
Cafeteria des Städtischen Klinikums Dessau
Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

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