Weltfrühchentag 2026: Klinikum öffnet Kinder-Intensivstation für Besucher

Wie werden Frühgeborene nach der Geburt medizinisch versorgt? Welche Unterstützung benötigen die Kinder in ihren ersten Lebenswochen? Und welche Rolle spielen die Eltern während der intensivmedizinischen Behandlung? Am Sonntag, 15. November 2026, gibt das Städtische Klinikum Dessau Antworten auf diese und weitere Fragen. Anlässlich des Weltfrühgeborenentages lädt die Klinik für Kinder- und Jugendmedizin ab 15 Uhr zu einem Informationsnachmittag ein. Im Mittelpunkt steht die Kinder-Intensivstation, auf der Frühgeborene und kranke Neugeborene betreut werden. Besucher erhalten die Gelegenheit, sich über die medizinische Versorgung zu informieren und mit Ärzten und Pflegekräften ins Gespräch zu kommen.
In Deutschland kommen jährlich rund 60.000 Kinder vor der vollendeten 37. Schwangerschaftswoche zur Welt. Damit ist etwa jedes elfte Neugeborene ein Frühchen. Rund 9.000 dieser Kinder wiegen bei ihrer Geburt weniger als 1.500 Gramm. Je früher ein Kind geboren wird, desto größer ist häufig der medizinische Unterstützungsbedarf. Atmung, Kreislauf und Ernährung müssen bei vielen Frühgeborenen zunächst intensivmedizinisch überwacht und unterstützt werden.
Spezialisierte Medizin für Früh- und Neugeborene
Das Städtische Klinikum Dessau ist als Perinatalzentrum Level II auf die Versorgung von Frühgeborenen ab der 29. Schwangerschaftswoche und einem geschätzten Geburtsgewicht von mindestens 1.250 Gramm spezialisiert. Auf der neonatologischen und pädiatrischen Intensivstation stehen zwölf Intensivpflegeplätze zur Verfügung. Hier werden Frühgeborene, kranke Neugeborene und intensivpflichtige Kinder behandelt.
Für die Versorgung stehen unter anderem moderne Inkubatoren, spezielle Beatmungs- und Überwachungstechnik sowie verschiedene diagnostische Verfahren zur Verfügung. Welche Behandlung notwendig ist, hängt vom Entwicklungsstand und Gesundheitszustand des jeweiligen Kindes ab. Während einige Frühgeborene nur vorübergehend Unterstützung benötigen, müssen andere über mehrere Wochen intensivmedizinisch betreut werden.
Neben der medizinischen Behandlung ist der enge Kontakt zu den Eltern ein wesentlicher Bestandteil der Versorgung. Durch die räumliche Nähe von Kreißsaal, Wochenstation und Kinder-Intensivstation können Mütter und Väter frühzeitig in die Betreuung ihrer Kinder einbezogen werden. Dazu gehört das sogenannte Känguruhen, bei dem das Frühgeborene auf der Brust von Mutter oder Vater liegt. Dieser direkte Hautkontakt fördert die Bindung und kann sich positiv auf die Stabilität und Entwicklung des Kindes auswirken. Je nach Gesundheitszustand ist er auch möglich, wenn das Kind noch Atemunterstützung benötigt.
„Mehr als die Hälfte aller Frühgeburten zeichnet sich bereits im Vorfeld ab. Das gibt uns die Möglichkeit, die Geburt gemeinsam mit den werdenden Eltern vorzubereiten und die notwendige medizinische Versorgung frühzeitig zu organisieren“, erklärt Isabel Schubert, Leitende Oberärztin der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin und Fachärztin für Neonatologie.
Ein Blick hinter die Kulissen der Kinder-Intensivstation
Zum Informationsnachmittag am 15. November laden Chefarzt Prof. Dr. med. Stefan Fest, Oberärztin Isabel Schubert und das Team der Kinder-Intensivstation ein.
Ab 15 Uhr finden im Halbstundentakt Führungen durch den Kreißsaal, den Mutter-Kind-Bereich, die Entbindungsstation und die Kinder-Intensivstation statt. Die Besucher erfahren, wie die Betreuung von Frühgeborenen organisiert ist, welche Untersuchungen und Behandlungen unmittelbar nach der Geburt notwendig sein können und wie Ärzte und Pflegekräfte zusammenarbeiten.
Ein Schwerpunkt liegt auf der technischen Ausstattung der Station. So können die Gäste unter anderem einen Inkubator aus nächster Nähe kennenlernen. Das Team erläutert, wie Frühgeborene darin versorgt und überwacht werden und welche Bedeutung eine angepasste Ernährung, die Atemunterstützung und der frühe Kontakt zu den Eltern haben.
Eingeladen sind werdende Eltern, Familien ehemaliger Frühgeborener und alle Interessierten. Die Teilnahme ist kostenfrei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Lila Licht als Zeichen der Solidarität
Am Abend des 15. November wird das Hauptgebäude des Städtischen Klinikums Dessau in Lila beleuchtet. Damit beteiligt sich das Klinikum erneut an der internationalen Aktion „Purple for Preemies“. Die Farbe Lila steht weltweit für Frühgeborene und ihre Familien. Die Beleuchtung soll auf die besonderen Herausforderungen aufmerksam machen, die mit einer Frühgeburt verbunden sein können, und zugleich ein Zeichen der Verbundenheit mit den betroffenen Familien setzen.




