Startschuss für die Fachweiterbildung Intensiv- und Anästhesiepflege





Am 4. November 2026 fiel in der Pflegeschule des Städtischen Klinikums Dessau der Startschuss für die Fachweiterbildung für Intensiv- und Anästhesiepflege. Zwölf Teilnehmende wurden begrüßt: sechs aus dem Städtischen Klinikum Dessau, drei aus dem Evangelischen Herzzentrum Coswig (EHZ), mit dem die Weiterbildung in Kooperation stattfindet, sowie je eine Person aus dem Goitzsche Klinikum Bitterfeld, dem Evangelischen Krankenhaus Paul Gerhardt Stift in Lutherstadt Wittenberg und dem Johanniter-Krankenhaus Stendal.
Pflegedirektorin Michaela Ewald eröffnete die Veranstaltung mit motivierenden Worten. Sie erzählte von einem Spruch, den sie im Status einer Teilnehmerin gelesen hatte: Lernen hört nicht auf, auch wenn man schon einiges gelernt hat. „Genau diese Haltung zeigen Sie mit Ihrem Schritt“, sagte sie und würdigte damit den Mut und das Engagement jedes Teilnehmers der Gruppe, nach vielen Jahren im Beruf noch einmal die Schulbank zu drücken. Dr. med. Sebastian Brandt, Chefarzt der Klinik für Anästhesiologie, Intensivtherapie und Schmerztherapie, gratulierte zur Entscheidung und betonte, dass er sich besonders auf den praktischen Teil freue, in dem er selbst unterrichtet. Prof. Dr. med. Christoph U. Herborn, Ärztlicher Direktor, wünschte viel Spaß bei dieser spannenden Weiterbildung sowie alles Gute für die intensiven Momente, die kommen werden. Einen ersten Ausblick auf die kommenden Monate gab Madeleine Schenk aus der Pflegedienstleitung, die die Praxiseinsätze der Teilnehmenden koordiniert.
Kursleiterin Carolin Gießwein hat lange auf diesen Tag hingefiebert. Sie war selbst viele Jahre in der Intensivpflege tätig und brennt für den Bereich und den Kurs. Ihr Versprechen an die Gruppe: „Sie gehen aus dieser Weiterbildung gestärkt hervor, und als andere Menschen, als die Sie heute sind.“ Ein Kennenlernspiel unter dem Motto „In meinen Ressourcen-Koffer packe ich“ lockerte den Vormittag anschließend auf, die Teilnehmenden stellten dabei ihre Eigenschaften und Fertigkeiten vor.
Gut für die Patienten, gut für die Region Anhalt
Intensivpflege und Anästhesie gehören zu den anspruchsvollsten Bereichen der Pflege. Hier arbeiten Fachkräfte, die in kritischen Situationen schnell, sicher und mit viel Einfühlungsvermögen handeln. Jede zusätzliche Qualifikation kommt deshalb direkt den Patienten zugute und stärkt die Versorgung in der Region Anhalt. Dass fünf Einrichtungen gemeinsam lernen, bringt zudem Fachwissen und Erfahrungen zusammen und festigt die Zusammenarbeit zwischen den Häusern.
Das erwartet die Teilnehmenden
Die Fachweiterbildung richtet sich an Pflegekräfte, die in der Intensivpflege, der intensivmedizinischen Versorgung oder der Anästhesie arbeiten oder sich darauf vorbereiten. Zugelassen wird, wer eine Erlaubnis nach dem Krankenpflegegesetz, dem Altenpflegegesetz oder dem Pflegeberufegesetz besitzt und mindestens sechs Monate im jeweiligen Fachgebiet tätig war.
Die Weiterbildung dauert 24 Monate und läuft berufsbegleitend bis zum 25. Oktober 2028. Unterrichtet wird im Studientagsystem, wöchentlich mittwochs von 8:30 bis 15:45 Uhr, ergänzt durch Intensivwochen. Der theoretische Unterricht umfasst 720 Stunden in Basis- und Fachmodulen, jedes Modul schließt mit einer schriftlichen oder mündlichen Prüfung ab. Hinzu kommen 1.800 Stunden fachpraktische Unterweisung in den kooperierenden Krankenhäusern: in operativer und konservativer Intensivpflege, in der Anästhesie und in einer individuellen Spezialisierung, etwa Neonatologie, Zentrale Notaufnahme, präklinische Notfallversorgung oder Endoskopie.
Zum Programm gehören zertifizierte Trainings in Notfallmanagement, Deeskalation und Stressbewältigung, Exkursionen zu Berufsfeuerwehr, Deutscher Luftrettung, Bergmannstrost Halle und zum Zentrum für Hyperbarmedizin Halle sowie Einblicke in die Arbeit der Deutschen Stiftung Organtransplantation, des DRK-Blutspendedienstes und des Hospizbereiches. Workshops mit erfahrenen Experten runden das Angebot ab. Unterrichtet wird an der Pflegeschule des Städtischen Klinikums Dessau und im EHZ Coswig. Den Abschluss bildet eine praktische und mündliche Prüfung, danach erhalten die Teilnehmenden das von der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) anerkannte Weiterbildungszeugnis.
Wir wünschen allen Teilnehmenden viel Erfolg und zwei erfüllende Jahre!
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