Rezertifizierung bestätigt höchste Zertifizierungsstufe für Gelenkersatz in Dessau

Das Endoprothetikzentrum des Städtischen Klinikums Dessau erfüllt erneut die Anforderungen an ein Zentrum der Maximalversorgung. Die geplante Einführung robotergestützter Knieoperationen und eine AOK-Höchstbewertung für den Kniegelenkersatz unterstreichen den Anspruch, die Versorgung in der Region Anhalt kontinuierlich weiterzuentwickeln.
Das Endoprothetikzentrum der Maximalversorgung (EPZmax) am Städtischen Klinikum Dessau ist im September 2026 erfolgreich rezertifiziert worden. Externe Fachexperten bestätigten, dass das Zentrum weiterhin die hohen Anforderungen der Initiative EndoCert® erfüllt. Damit können Patientinnen und Patienten aus Dessau-Roßlau und der Region Anhalt auch bei komplexen Hüft- und Knieoperationen sowie anspruchsvollen Wechseloperationen auf eine spezialisierte Versorgung vor Ort zählen.
Bei der Zertifizierung werden nicht nur die Qualifikation und Erfahrung der Operateure geprüft. Auch Behandlungsabläufe, Patientensicherheit, Hygiene, Dokumentation, Behandlungsergebnisse und die Zusammenarbeit der beteiligten Berufsgruppen fließen in die Bewertung ein.
„Die erneute Zertifizierung bestätigt die Arbeit unseres gesamten Teams. Sie steht für klare Behandlungsstandards, erfahrene Mitarbeitende und den Anspruch, unsere Arbeit regelmäßig zu überprüfen und weiterzuentwickeln“, sagt Priv.-Doz. Dr. med. habil. Robert Rotter, Chefarzt der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie.
Individuelle Entscheidung, eingespielte Versorgung
Das Leistungsspektrum reicht vom erstmaligen Ersatz eines Hüft- oder Kniegelenks bis zu komplexen Wechseloperationen – etwa bei gelockerten, verschlissenen oder infizierten Prothesen sowie bei Knochenbrüchen im Bereich eines künstlichen Gelenks. Ob ein Gelenkersatz notwendig ist, wird individuell geprüft. In der Endoprothesensprechstunde beurteilen die Ärzte die Beschwerden, bisherigen Behandlungen und Untersuchungsergebnisse. Eine Operation wird geplant, wenn konservative Therapien nicht ausreichend helfen und der Eingriff medizinisch angezeigt ist.
Bei Bedarf werden Fachleute weiterer medizinischer Disziplinen hinzugezogen. Die Betreuung umfasst die Vorbereitung auf die Operation, den Eingriff sowie die anschließende pflegerische und physiotherapeutische Versorgung und die Planung der Rehabilitation. Das ist insbesondere für ältere Menschen, Patienten mit mehreren Begleiterkrankungen und bei komplexen Eingriffen wichtig.
Seit April 2026 leitet Falk Sonnabend das Zentrum. Gemeinsam mit Dr. med. Marek Rayzacher gehört er zu den Senior-Hauptoperateuren. Weitere Hauptoperateure sind Dr. med. Carsten Becker und Dr. med. Matthias Schlemmer.
„Ein künstliches Gelenk soll Schmerzen lindern und Beweglichkeit sowie Lebensqualität verbessern. Dafür braucht es eine sorgfältige Entscheidung, Erfahrung im Operationssaal und eine gut abgestimmte Nachbehandlung. Das können wir in Dessau auch bei schwierigen Eingriffen und Prothesenwechseln leisten“, erklärt Sonnabend.
Die Erfahrung des Teams zeigt sich auch in den Behandlungszahlen: 2024 und 2025 wurden im EPZmax mehr als 1.200 Operationen durchgeführt. Die Ergebnisse werden systematisch erfasst und ausgewertet, um Verbesserungsmöglichkeiten zu erkennen.
Robotik ergänzt Erfahrung und Qualitätsstandards
Ab November 2026 soll am Städtischen Klinikum Dessau bei der Implantation künstlicher Kniegelenke das System VELYS™ Robotic-Assisted Solution zum Einsatz kommen. Das robotergestützte Verfahren unterstützt die Chirurgen während der Operation dabei, die Position und Ausrichtung des künstlichen Gelenks präzise an die individuellen anatomischen Verhältnisse des Patienten anzupassen. Eine zusätzliche CT-Untersuchung zur Vorbereitung der robotergestützten Operation ist bei diesem System nicht erforderlich. Die benötigten anatomischen Daten werden direkt während des Eingriffs erfasst. Damit entfällt für die Patienten eine zusätzliche Untersuchung einschließlich der damit verbundenen Strahlenbelastung.
Der Roboter operiert nicht selbstständig. Er liefert zusätzliche Messdaten in Echtzeit und unterstützt die präzise Ausrichtung der Prothese während der Operation. Entscheidungen und Kontrolle bleiben vollständig beim behandelnden Arzt. Die neue Technik ergänzt damit die Erfahrung der Operateure und die bewährten Abläufe des Zentrums.
Die erneute Bestätigung der höchsten Zertifizierungsstufe, die geplante Einführung der robotergestützten Kniechirurgie und die Höchstbewertung in der AOK-Qualitätsauswertung weisen in dieselbe Richtung: Das Klinikum setzt auf überprüfbare Qualität und moderne Verfahren, um die Versorgung in Dessau und Anhalt weiterzuentwickeln. Bereits 2025 erhielt das Klinikum im AOK-Gesundheitsnavigator für den Kniegelenkersatz bei Arthrose die Höchstbewertung von drei Lebensbäumen. Damit zählte es in diesem Leistungsbereich zu den 20 Prozent der bewerteten Kliniken mit den besten Ergebnissen.
„Wir investieren kontinuierlich in die Zukunft und wollen die Menschen in Dessau-Roßlau, der Region Anhalt und darüber hinaus mit moderner Medizin und Menschlichkeit versorgen. Daran arbeiten wir Tag für Tag. Die erneute Zertifizierung und die AOK-Höchstbewertung zeigen, dass wir dabei auf einem sehr hohen Qualitätsniveau arbeiten – insbesondere auch in der Endoprothetik“, sagt Bjoern Saft, Kaufmännischer Direktor des Städtischen Klinikums Dessau.
Das Zentrum wurde erstmals 2016 zertifiziert und trägt seit 2019 den Status eines Endoprothetikzentrums der Maximalversorgung.
Kontakt und Terminvereinbarung
Für eine Beratung zu künstlichen Hüft- oder Kniegelenken können Patientinnen und Patienten einen Termin in der Endoprothesensprechstunde vereinbaren.
Telefon: 0340 501-1280
Kontaktformular: Hier klicken
Adresse: Städtisches Klinikum Dessau, Auenweg 38, 06847 Dessau-Roßlau




