Männergesundheit: Zeit, darüber zu reden!

Rund 79.600 Männer erkrankten 2023 in Deutschland neu an Prostatakrebs. Mehr als 15.000 Männer starben im selben Jahr an den Folgen dieser Erkrankung. Hinzu kamen etwa 3.900 neue Fälle von Hodenkrebs, einer Krebsart, die vor allem jüngere Männer zwischen 25 und 45 Jahren betrifft. Das zeigen aktuelle Zahlen des Robert Koch-Instituts. Trotzdem sind Vorsorge, Veränderungen am eigenen Körper oder Probleme mit der Sexualität für viele Männer nach wie vor unangenehme Gesprächsthemen. Genau das möchte die internationale Aktion „Movember“ ändern.
Jedes Jahr im November macht die Aktion mit dem Schnurrbart als Erkennungszeichen auf Männergesundheit aufmerksam. Neben Prostata- und Hodenkrebs stehen dabei auch psychische Gesundheit und Suizidprävention im Fokus.
Das Städtische Klinikum Dessau greift die Initiative auf und widmet seine nächste Patientenakademie der Reihe „Medizin am Mittwoch“ ganz der Männergesundheit. Am 11. November 2026 um 16 Uhr laden die Ärzte der Klinik für Urologie unter dem Titel „Movember 2026 – Männergesundheit. Vorsorge, Krebs und Hormone“ zu einem Informationsnachmittag in die Cafeteria des Klinikums ein.
„Der Schnurrbart ist ein gutes Erkennungszeichen. Aber der Movember soll vor allem eines bewirken: dass Männer sich mit ihrer Gesundheit beschäftigen und darüber sprechen. Viele Beschwerden werden verdrängt oder aus Unsicherheit nicht angesprochen. Wir möchten informieren, Hemmschwellen abbauen und Männer ermutigen, rechtzeitig zum Arzt zu gehen“, sagt Arturo Rivera Mejia, Chefarzt der Klinik für Urologie.
Wie wichtig eine frühzeitige Auseinandersetzung mit der eigenen Gesundheit sein kann, zeigt sich besonders beim Prostatakrebs. Er ist die häufigste Krebserkrankung bei Männern in Deutschland und verursacht im frühen Stadium meist keine Beschwerden. Unter dem Titel „Prostatakrebs – vom PSA bis zur modernen Therapie“ erläutert Chefarzt Arturo Rivera Mejia, welche Möglichkeiten der Früherkennung bestehen, wie aussagekräftig der PSA-Wert ist und wann weitere Untersuchungen notwendig werden. Außerdem stellt er moderne Behandlungsmöglichkeiten vor und erklärt, warum nicht jeder diagnostizierte Prostatatumor sofort behandelt werden muss.
Dass Krebs nicht nur eine Erkrankung des höheren Lebensalters ist, verdeutlicht das zweite Thema des Nachmittags. Benjamin Koppe spricht unter dem Titel „Hodenkrebs – jung, gesund und trotzdem betroffen?“ über eine Erkrankung, die besonders häufig bei jüngeren Männern auftritt, die sich ansonsten gesund und leistungsfähig fühlen. Oft fällt Hodenkrebs zunächst durch eine schmerzlose Verhärtung oder Schwellung am Hoden auf. Solche Veränderungen sollten ärztlich abgeklärt werden. Die gute Nachricht: Hodenkrebs gehört zu den Krebserkrankungen mit besonders hohen Heilungschancen. Benjamin Koppe erklärt, auf welche Warnzeichen Männer achten sollten, wie die Diagnose gestellt wird und welche Therapien heute zur Verfügung stehen.
Zum Abschluss widmet sich Oberarzt Viktor Moseichuk einer Frage, die vor allem Männer in der zweiten Lebenshälfte beschäftigt: „Wechseljahre beim Mann – Mythos oder Realität?“ Müdigkeit, nachlassende Leistungsfähigkeit, weniger Muskelkraft oder Veränderungen der Sexualität werden häufig mit einem sinkenden Testosteronspiegel in Verbindung gebracht. Tatsächlich verändert sich der Hormonhaushalt auch bei Männern mit zunehmendem Alter. Anders als bei Frauen gibt es jedoch keinen vergleichbaren, zeitlich klar abgegrenzten hormonellen Umbruch. Viktor Moseichuk erläutert, wann ein behandlungsbedürftiger Testosteronmangel vorliegt, welche Beschwerden auch andere Ursachen haben können und unter welchen Voraussetzungen eine Hormontherapie sinnvoll ist.
Im Anschluss an die Vorträge stehen die Experten für persönliche Gespräche zur Verfügung. Darüber hinaus können bei Bedarf Termine für eine Vorstellung in der urologischen Fachambulanz vereinbart werden. Damit möchte die Klinik für Urologie ganz im Sinne des Movember dazu beitragen, dass Männer offener mit ihrer Gesundheit umgehen und medizinische Angebote frühzeitig nutzen.
Patientenakademie „Medizin am Mittwoch“
Thema: „Movember 2026 – Männergesundheit. Vorsorge, Krebs und Hormone“
Datum: Mittwoch, 11. November 2026
Uhrzeit: 16.00 bis 17.30 Uhr
Ort: Cafeteria des Städtischen Klinikums Dessau, Auenweg 38, 06847 Dessau-Roßlau
Eintritt: kostenfrei, keine Anmeldung erforderlich
Eingeladen sind Männer aller Altersgruppen, Angehörige und alle, die sich für Männergesundheit interessieren.
Mit der Veranstaltungsreihe „Medizin am Mittwoch“ möchte das Städtische Klinikum Dessau medizinisches Wissen verständlich vermitteln, Fragen beantworten und Patienten sowie Angehörige dabei unterstützen, informierte Entscheidungen über ihre Behandlung zu treffen.
Hintergrund: Was ist der Movember?
Die Idee zum Movember entstand 2003 im australischen Melbourne. Die Freunde Travis Garone und Luke Slattery wollten den damals aus der Mode gekommenen Schnurrbart wieder populär machen. 30 Männer beteiligten sich an der zunächst spaßigen Aktion und ließen sich im November einen Schnurrbart wachsen. Schnell zeigte sich, dass die auffällige Gesichtsbehaarung für Gesprächsstoff sorgte. Bereits 2004 wurde daraus eine Spendenaktion für die Prostatakrebsforschung. Inzwischen hat sich der Movember zu einer weltweiten Bewegung für Männergesundheit entwickelt. Im Mittelpunkt stehen Prostata- und Hodenkrebs sowie psychische Gesundheit und Suizidprävention. Der Name setzt sich aus den englischen Begriffen „Moustache“ (Schnurrbart) und „November“ zusammen. Der Schnurrbart ist bis heute das Erkennungszeichen der Initiative.




